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„EIN LEBEN IN TRÜMMERN“

Da gibt es diesen Moment, der Alis ganzes Leid verdichtet: Der Elfjährige steht inmitten der Trümmer seines Zimmers. Mit hängenden Schultern schaut er über Reste des Wellblechdaches und verbogene Bettgestelle. Ali hat alles verloren: seinen Vater, sein Zuhause, seine Sicherheit.

Ali ist das älteste von drei Kindern, die Mutter Hala seit sechs Jahren allein durchbringen muss. Sein Vater Abdelhameed starb bei einem Autounfall. „Mein Vater war sehr freundlich und hilfsbereit. Er kam gut mit allen zurecht“, erinnert sich Ali. Seine Stimme bricht. „Er fehlt mir sehr.“ Ali, damals fünf Jahre alt, fröhlich und unbeschwert, hat sich sehr verändert. „Er weinte sehr viel und fragt immer wieder: Wer wird nun für uns sorgen?“ Hala legt die Stirn in Falten. Sie hat keine Antwort, die ihren Sohn trösten könnte.

 

Ein Leben, bestimmt durch Konventionen

Halas Leben ist bestimmt durch Konventionen: Sie brach die Schule ab, sie heiratete früh, wurde Mutter und lebte bei der Familie ihres Mannes. Nach dessen Tod durfte sie dort nicht bleiben. In großer Not nahmen sie ihre älteren Brüder bei sich auf. Nicht aus Güte, das lassen sie Hala spüren. Sie sagt: „Wir leben nicht miteinander. Jeder kümmert sich nur um sich selbst.“ Dass Hala eigenes Geld verdient, sehen ihre Brüder nicht gern. So steht sie häufig vor derselben Frage: „Wenn ich meinen Kindern Milch zum Frühstück gebe, was soll ich am Abend machen?“

 

Ein Leben in Enge

Sechs Erwachsene und elf Mädchen und Jungen teilen sich den dicht bebauten Hof. Vor kurzem stützte der Raum, in dem Hala und ihre drei Kinder schliefen, im Regen in sich zusammen. Die Enge wurde noch bedrückender. Ohnehin gibt es häufig Streit. Dann drohen die Brüder oft, das Haus zu verkaufen. Halas Alptraum: „Ich schaue nachts in den Himmel: Wohin sollen wir dann gehen? Ich weiß es nicht.“

Ali sieht seine Mutter besorgt an. „Manchmal bin ich schuld an dem Streit“, sagt er leise. Und: „Ich möchte nicht, dass meine Mama traurig ist.“ Ali leidet und Hala glaubt, dass er auch deshalb so große Probleme in der Schule hat. „Das ist kein guter Ort für meine Kinder“. Sie klingt müde. „Ich habe dieses Leben satt.“

Jetzt mitmachen und Kindern wie Waisenkindern wie Ali helfen!

  • Mit 50 Euro hilfst du, ein Kind und seine Familie einen Monat lang zu ernähren.
  • Mit 100 Euro sicherst du einem Kind das Schulmaterial für ein Jahr.
  • Mit 200 Euro unterstützt du die medizinische Versorgung einer ganzen Familie.

Die Unterstützung von Islamic Relief würde für Hala vieles verändern. Ihr Traum: „Ich möchte ein kleines Geschäft aufbauen und endlich unabhängig sein.“ An Ideen fehlt es ihr nicht: „Ich könnte Gewürze verkaufen. Oder Eis, wenn ich einen kleinen Kühlschrank hätte.“ Was wünscht sie sich für Alis Zukunft? „Er soll in einem eigenen Haus leben, in Sicherheit und ohne fremde Hilfe. Ein gute Ausbildung ist wichtig, damit er erfolgreich werden kann!“

 

Ein Leben in Sorgen

Hala macht sich viele Sorgen um ihren Ältesten. Der sei eigentlich ein normaler Junge, der gerne spielt und auch mal Quatsch macht. Aber: „Ali ist oft sehr ruhig, geht kaum raus und denkt viel nach. Er lässt mich nicht gerne alleine aus dem Haus gehen und möchte immer bei mir sein.“ Ali fühlt sich verantwortlich. Fragt man ihn nach der Zukunft, muss er lange überlegen. „Wenn ich groß bin, möchte ich eine gute Arbeit haben und wie mein Vater für meine Mama und meine Geschwister sorgen “, antwortet er zögerlich. Das kommt nicht von ungefähr. Hala nimmt Ali oft zur Seite: „Du bist der Älteste. Ich brauche dich. Du bist der Mann im Haus. Wenn du erfolgreich bist, werden es auch deine Geschwister sein.“ – Eine große Last auf schmalen Schultern.

 

Ein Leben ohne Träume?

Aber was sind Alis Träume? Der Junge zieht die Augenbrauchen weit in die Stirn. „Ich möchte in einem schönen, großen Haus wohnen. Und ich möchte Polizist werden.“ Warum? Ganz klar: „Ich möchte stark sein und Einfluss haben, um Probleme zu lösen.“ Er grinst. „Und ich mag die Sterne auf den Schulterklappen.“

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