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Die Geschichte von Ahmed

Die Angst verlässt sein kleines Herz nicht

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Selbst Monate nach dem Gaza-Krieg kann der 8-Jährige Ahmed noch immer nicht ohne seine Schuhe schlafen – so wie er es während des Krieges getan hat, um vor den Bombardierungen fliehen zu können. Was war passiert? Nachdem ihr Haus in Al Tufah intensiver unter Beschuss geriet, floh Ahmed mit seiner Familie.

Er sah Tote und Verletzte; Ahmed stand lange unter Schock. Bei der Rückkehr in ihren Ort fand die Familie das Haus in Trümmern. Ahmed weinte stundenlang. Er leidet nicht nur darunter dass er eine Halbwaise ist – sein Vater starb, als Ahmed drei Monate alt war – sondern auch darunter, dass er und seine Familie nun obdachlos sind. Ahmed und seine fünf Familienmitglieder lebten in einem großen, gut eingerichteten Haus mit drei Zimmern. Jetzt leben sie unter schwierigen Umständen in einem Ein-Raum-Container aus Blechplatten, in dem es im Sommer extrem heiß und im Winter extrem kalt ist, und in den es auch noch einregnet.

Seine Mutter berichtet, dass Ahmed sie nie allein lässt und ihr folgt, wohin sie auch geht. Er hat Angst vor Nacht und Dunkelheit. Ahmed weigert sich sogar, allein zu einem nahe gelegenen Geschäft zu gehen; sein kleiner Bruder muss ihn begleiten.

„Ich hatte ein Fahrrad und ein Bett, auf dem ich schlief. Nun ist nichts mehr da. Das ganze Haus wurde zerstört” sagt Ahmed traurig.

Seine Mutter fügt hinzu: „Vor dem Krieg war Ahmed ein normales Kind, jetzt leidet er unter Blasenschwäche, kann sich nicht mehr konzentrieren und wird sogar gegenüber seinen kleinen Brüdern aggressiv.“ Seine Mutter berichtet, dass ihn laute Geräusche ängstigen und er immer sagt: „Mama, wir werden sterben” – ein Anzeichen für das Trauma, unter dem er noch immer leidet, infolge der im vergangenen Jahr erlebten Todesszenen und des intensiven Beschusses.

Ahmed erhält dank der Spenden von Speisen für Waisen nun wichtige Unterstützung. Durch die Teilnahme an psychosozialen Programmen soll ihm die Angst genommen und ihm geholfen werden, die erlebte Gewalt besser zu verarbeiten. Wir hoffen, dass sich durch diese Hilfe der Wunsch seiner Mutter erfüllen wird:

„Ich hoffe, Ahmed wird einmal ein glückliches und angenehmes Leben führen, ohne Angst. Er hat seinen Vater und sein Zuhause verloren und ich möchte nicht, dass er die Hoffnung auf ein ruhiges Leben auch verliert”.

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