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Die Kinder vom Al Afnan Camp

30 Prozent aller syrischen Flüchtlinge im Libanon leben in der Bekaa-Ebene, die meisten unter schlechten Bedingungen in einfachen Zeltlagern, die überall zwischen Feldern und an Straßenrändern zu finden sind. Die syrische Grenze ist hier nicht weit entfernt, sie liegt direkt hinter dem Gebirge am Horizont. So ist die Heimat immer präsent.

Das Al Afnan Camp ist eines dieser Camps. Benannt ist es wie üblich nach dem Leiter des Camps: Ibrahim Al Afnan, 26 Jahre, flüchtete mit seiner Ehefrau vor drei Jahren aus Homs und baute das Camp mit auf.

Gut 45 Familien mit 150 Kindern leben heute hier. Aus allem, was sie finden konnten, zimmerten sie sich einfachste Zelte, die sie kaum vor Wind und Wetter schützen können: Bretter, Planen, alte Werbebanner. Wenn es regnet, werden die Wege matschig. Im Winter kriechen Nässe und Frost in die Zelte. Bis zu 600 Dollar (ca. 550 Euro) für Land und Wasser müssen die Familien pro Zelt im Jahr an den Landbesitzer zahlen. Dazu kommen etwa 15 Dollar (ca. 14 Euro) für Strom.

Bei unserem Besuch begegnen wir vielen älteren Mädchen, die herausgeputzt durch das Camp laufen. Sie möchten geheiratet werden, erzählt Ibrahim Al Afnan. Für viele sei das die einzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die Menschen im Camp sind weitgehend auf sich selbst gestellt. Nur sporadisch werden sie von Hilfsorganisationen unterstützt, etwa mit dem Bau von Toiletten. Islamic Relief versorgt die Menschen zum Beispiel mit Lebensmitteln, Decken oder Matratzen. Schwerpunkt der Arbeit im Al Afnan Camp sind aber vor allem psychosoziale Aktivitäten für die Kinder, zwei Mal in der Woche unter freiem Himmel.

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